Krautfäule (Braunfäule) bei Tomaten
Die Kraut- oder Braunfäule (Phytophthora infestans) ist eine der gefährlichsten Tomatenkrankheiten: Unter kühlen Temperaturen (ca. 12–18 °C) und hoher Luftfeuchte kann sich der Pilz rasch ausbreiten und ganze Bestände zerstören – sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus.
1. Symptome erkennen
- Frühsymptome: Feucht wirkende, gräulich-braune Flecken auf den Blättern, besonders bei Regen oder Tau.
- Pilzrasen: Auf der Blattunterseite ist oft ein weißlich-grauer Sporenrasen sichtbar.
- Fortgeschrittenes Stadium: Blätter werden braun und welk, Stängel zeigen scharf abgegrenzte dunkle Flecken.
- Früchte: Es entstehen eingesunkene, harte braune Stellen – später faulen die Früchte oft am Strauch oder im Lager
2. Sofortmaßnahmen bei Befall
Wenn erste Symptome sichtbar werden, beginnt unverzüglich das Krisenmanagement: Entferne alle befallenen Blätter, Früchte und Zweige großzügig und entsorge sie separat über den Hausmüll. Niemals kompostieren! So verhinderst du eine erneute Infektion im Garten oder durch den Kompost. Desinfiziere anschließend deine Schere, Handschuhe und andere Arbeitsgeräte gründlich. Gieße ausschließlich am Stamm, damit die Blätter trocken bleiben. Unterstützend kannst du biologische Fungizide wie Kupferpräparate verwenden – sie wirken vorbeugend und sollen den Befall eingrenzen. Auch Schachtelhalm-Extrakte oder -Tee aus dem Gartenkultur-Umfeld zeigen bei wiederholter Anwendung, eine unterstützende Wirkung gegen Pilzausbreitung.
3. Prävention: Der Schlüssel zur effektiven Kontrolle
- Regenschutz nutzen: Das gezielte Abdecken der Pflanzen oder ein Tomatenhaus schützt vor Regen, der Sporen auf die unteren Blätter spritzt.
- Luftzirkulation verbessern: Pflanzabstände von ungefähr 80–100 cm und Hochbinden sorgen dafür, dass feuchtes Laub schnell trocknet und kein Mikroklima für Pilze entsteht.
- Fruchtfolge beachten: Tomaten sollten nicht nach Kartoffeln oder anderen Nachtschattengewächsen angebaut werden. Ideal ist eine mehrjährige Pause im jeweiligen Beet, um die Sporenlast im Boden zu senken.
- Resistente Sorten wählen: Erste Toleranz besteht bei Sorten wie ‚Sunviva‘, ‚Resibella‘ oder ‚Philovita F1‘ – auch frühe Reifesorten können helfen, vor dem typischen Befallsfenster zu ernten.
4. Pflanzenstärkung als vorbeugender Schutz
Gesundheitliche Widerstandskraft lässt sich durch gezielte Pflege deutlich erhöhen. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung – vor allem mit Kalium und ausgewogenem Stickstoff (nicht zu stickstofflastig) – stärkt die Zellwände und macht es dem Pilz schwerer, in das Pflanzengewebe einzudringen. Organische Methoden wie Kompost, pflanzliche Spezialdünger oder natürliche Pflanzenkuren (z. B. Schachtelhalmtee) fördern die Vitalität zusätzlich. Schachtelhalmabwehr in Form von selbstgekochten Tees oder Präparaten bietet nicht nur Mineralien, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die das pflanzeneigene Immunsystem anregen. Solche Maßnahmen wirken präventiv am besten, noch bevor Symptome auftreten – sind jedoch auch nach Befall hilfreich, um das Fortschreiten zu verlangsamen. Besonders wertvoll ist die ergänzende Anwendung mit dem WUXAL Calciumdünger. Dieser stärkt die Zellstruktur, beugt Blütenend- und Braunfäule vor und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Sowohl als Zusatz im Gießwasser (0,4 % = 4 ml/L) als auch als Blattdüngung (früh am Morgen oder abends spritzen) bietet er einen gezielten Schutz.
5. Wenn der Pilz außer Kontrolle gerät
- Hartes Eingreifen: Befallene Pflanzen müssen vollständig entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden. Idealerweise früh am Morgen oder Abend gießen, um Wasser auf dem Laub zu vermeiden.
- Fungizid-Rotation: Biologische Kupferfungizide oder zugelassene Präparate wie Fungisan wirken am besten präventiv, sollten aber regelmäßig (ca. wöchentlich) und exakt nach Anleitung angewendet werden. Mechanische Kontrollmaßnahmen wie Entfernen der ersten Infektionsherde verhindern weitere Ausbreitung.
- Bleib dran: Kontrolliere jede Woche erneut auf Symptome, spritze oder gieß nur am Stamm, entferne erneut befallene Pflanzenreste – Kleinbefall lieber sofort stoppen als später ganze Triebe verlieren.
Fazit
Kraut- und Braunfäule zählen zu den häufigsten Ursachen für Ernteausfälle bei Tomaten. Ist der Pilz einmal aktiv, lässt er sich nur schwer wieder eindämmen. Deshalb ist Vorbeugung entscheidend: Mit der richtigen Sortenwahl, einem geeigneten Standort, ausreichendem Pflanzabstand, Fruchtfolge und gezielter Pflanzenstärkung kannst du das Risiko deutlich verringern. Reagiere früh bei ersten Symptomen und schütze deine Tomatenpflanzen bestmöglich über die gesamte Saison hinweg.
Themen: Balkonpflanzen, Blattdüngung, Gemüsegarten, Ziergarten, Zimmerpflanzen